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Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Von Gabriele Kirchler, Heilpraktikerin

Grundsätzlich ist zu erwähnen, dass alternative Behandlungsmöglichkeiten bei Uveitis als Begleitmaßnahme zu verstehen sind und nicht als ausschließliche Behandlungsmethode für dieses Krankheitsbild zu empfehlen sind.
Allgemein ist auf einen gesunden Lebensrhythmus, ausreichend Schlaf, gesunde, abwechslungsreiche Ernährung zu achten. Streß ist für alle Autoimmunprozesse Gift und daher zu meiden, sofern möglich. Sport oder körperliche Betätigung ist zu empfehlen, allerdings nicht im akuten Schub, und auch niemals bis zur völligen Erschöpfung oder Überforderung.

Bei psychischen Belastungssituationen ist eine psychologische Begleitung/ Psychotherapie/
Stressbewältigungsschulung zu empfehlen. Reizstoffe wie Alkohol, Nikotin und aufputschende Getränke sind nicht gerade hilfreich, daher wenn möglich zu meiden oder wenigstens zu reduzieren. Eine Tasse Kaffee am Tag ist aber sicherlich nicht zu viel, auch hin und wieder ein Glas Wein o.ä. verträgt der Körper ohne Überreizung (wenn denn nun gar nicht auf die Genussmittel verzichtet werden will). Nahrungsergänzungsmittel sind, als Kur angewandt, empfehlenswert, jedoch sollte auf Einnahmepausen geachtet werden. Dauertherapie ist bei Vitaminen, Lutein, Mineralien etc. nicht zu empfehlen, sofern keine medizinisch indizierte Situation besteht (Malassimilationssyndrom o.ä.). Es besteht die Gefahr einer möglichen Überdosierung (insbesondere bei den fettlöslichen Vitaminen ADEK), die sich negativ auf Hormonsystem, Nervensystem und Immunsystem auswirken kann. Akupunktur ist hilfreich bei systemischer Grunderkrankung, z.B. als Schmerztherapie, zur allgemeinen Stabilisierung der Immunlage und des Gesamtorganismus. Als Therapiemaßnahme im akuten Schub meines Erachtens nicht ausreichend, jedoch gibt es einen Verweis auf die spezifische Augenakupunktur nach Prof. Boel, die sehr gut sein soll.

Klassische Homöopathie (mit individueller Gabe von Einzelmitteln in hoher homöop. Potenz) ist als Begleitmaßnahme für die allgemeine psychische und physische Stabilisierung zu empfehlen, weniger sinnvoll ist die Einnahme von homöopathischen Komplexmitteln oder Homöopathie in Niedrigpotenzen, da die Wirksamkeit hier für eine solch gravierende Erkrankung nicht ausreicht. Der Unterschied besteht darin, dass die klassische Homöopathie als Konstitutionsbehandlung den Gesamtmenschen stärkt, die Komplexhomöopathie und Einnahme von Niedrigpotenzen hingegen in der Regel nur symptomatisch wirkt, aber für eine solch tiefe Erkrankung zu schwach wirksam ist.
Ayurveda als Heilmethode und Philosophie ist empfehlenswert, da er gesunde Ernährung und gesunden Lebensrhythmus propagiert und auf die Individualität eines jeden Menschen einwirkt und diese berücksichtigt und somit als konstitutionelle Behandlung sehr hilfreich ist. Ebenso die entsprechenden Entgiftungsmaßnahmen und symptomatische Behandlung sowie die ausgleichenden Massagen können Erleichterung bringen.
Für diese drei Maßnahmen Akupunktur, Klassische Homöopathie und Ayurveda ist es besonders wichtig, einen speziell dazu ausgebildeten und qualifizierten Behandler zu suchen.
Enzymtherapie mit z.B. Enzym-Wied oder Wobenzym (weniger Mono-Enzympräparate) ist als Dauertherapie sehr hilfreich. Wichtig ist die genaue Einnahme zwischen den Mahlzeiten und eine hohe Dosierung. 15 bis 18 Dragees täglich sind hierbei empfehlenswert, mit viel Wasser eingenommen. Die Wirkung tritt erst nach ca. dreiwöchiger Einnahme ein und es kann evtl. am Anfang kurzfristig zu leichten Erstverschlimmerungen kommen. Die Enzyme wirken entzündungshemmend, antiödematös (d.h.entquellend) und durchblutungsfördernd und helfen im Organismus, Entzündungseiweiße zu spalten und aufzulösen (zirkulierende Autoimmunkomplexe). Es gibt hierfür diverse Studien als Wirksamkeitsbeleg.

Andere alternative Heilmethoden wie z.B. Blutbestrahlung mit Laser oder U-V-Licht, Ozonbehandlung des Blutes, Elektroakupunktur (nach Voll), Cantharidenpflaster, Baunscheidtieren oder Blutegeltherapie sind als Therapiemaßnahmen für Uveitis meines Erachtens zu schwach und damit nicht sonderlich hilfreich, daher auch nicht erläuterungsbedürftig.

In der Pflanzenheilkunde kann man evtl. mit Weidenrindenextrakt, Weihrauchpräparaten, ausgleichenden Pflanzen (Passionsblume, Hopfen, Melisse und Co.) je nach Grundsituation eine kleine Erleichterung der Grundbeschwerde erreichen. Vorsicht bei Ginseng oder anderen aktivierenden Pflanzen, diese können zwar situationsabhängig verwendet werden, aber nur in niedriger Dosierung (um das aus dem Gleichgewicht geratene, überaktive Immunsystem nicht noch zusätzlich zu stimulieren)!

Man bedenke, dass Uveitis eine nicht auf den lokalen Prozess zu reduzierende, sondern vielmehr als systemische Erkrankung zu betrachten ist, auch wenn keine weiteren Erkrankungssymptome bestehen sollten, denn eine Autoimmunreaktion ist immer als eine ganzheitliche Störung des Organismus anzusehen. Daher sind die allgemeinen Richtlinien für ein gesundes Leben (wie eingangs beschrieben) als sehr wichtiger Faktor zu sehen, um den Menschen in seiner Ganzheit zu unterstützen und zu stärken.


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