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Montag, 22. September 2008 - 13:03 Uhr
Nachlese zum Patiententreffen in Chemnitz am 13.09.2008

Am 13.09.2008 fand das 2. Uveitis-Patiententreffen in Chemnitz statt. Wir waren neun Teilnehmer.

Wie beim 1. Treffen besprochen, haben wir uns zu Fragen von „Belastung/Stress und Uveitisschub“ ausgetauscht.
Für das Thema konnte ich kurzfristig Frau Manuela Weiner, Lebenslinie – Psychologische Beratung & Persönlichkeitsbildung Chemnitz, gewinnen, da Frau Prof. Engelmann den Termin nicht wie angekündigt wahrnehmen konnte.
Zu Beginn wurden wir von Herrn Dr. Murovski, Augenarzt an der Augenklinik Chemnitz, mit seinem unverhofften Kommen überrascht. Damit war die Diskussionsrunde bestens besetzt.

Die Psychologin Frau Weiner führte uns in das Thema „Stress“ ein. Was ist Stress, welche Reaktionen finden in unserem Körper statt, welche Ergebnisse hat Stress im Alltag, wann macht Stress krank. Neben der Tatsache, dass Stress unsere Aufmerksamkeit und Leistungsbereitschaft stärkt, ging Sie auch auf Entstehung und Wirkung von Dauerstress ein. Wir konnten feststellen, dass letztlich das Immunsystem von Stress beeinflusst wird.
Was jedoch jeder einzelne als Stress empfindet, wie Belastung also wahrgenommen wird, ist eine Mentalitätsfrage und damit sehr individuell. Es hängt von vielen subjektiven und von außen auf uns einwirkenden Bedingungen ab, ob wir Stress als Belastung oder gesunden Antrieb empfinden. Frau Weiner brachte uns den Zusammenhang von Lebensumständen – psychischer Befindlichkeit und körperlichem Befinden an verschiedenen Beispielen nahe.

Frau Weiner sprach einige Möglichkeiten an, wie man herausfindet, was einem „nicht gut tut“ und negative Empfindungen auslöst. Strategien zur Erkennung und Vermeidung von solchen Situationen kann man sich aneignen. Am besten sollte man sich dazu professionelle Hilfe holen. Ausgehend davon wurde der Gedanke in die Diskussion eingebracht, dass alle Möglichkeiten zum Austausch über die Probleme, die ein Patient in vielfältiger Weise zu bewältigen hat, genutzt werden sollten. Nahe Angehörige sind dabei oft schnell überfordert.

Herr Dr. Murovski merkte an, dass eine Tendenz dahingehend bei vielen Patienten festzustellen ist, dass sie körperliche Probleme sofort auf psychische Probleme schieben. Körperliche Beschwerden sind aber als solche zu erkennen und zu behandeln - ohne die psychische Verfassung des Patienten außer acht zu lassen. Entzündungsprozesse sind körperliche Reaktionen, die zu entsprechenden Beschwerden (z.B. Uveitisschub) führen. Psychische Belastung allein kann diese Entzündung offensichtlich nicht ursächlich auslösen.

Ein weiterer Gedanke, der in die Diskussion eingebracht wurde, war das Problem, dass unbedingt ein Arzt-Patienten-Vertrauensverhältnis vorhanden sein muss, um anzuerkennen, dass wirklich alles diagnostisch und therapeutisch Mögliche für den Patienten getan wird. Erst dann hat der Patient die Möglichkeit, seine Krankheit anzunehmen und sein Leben mit „seiner Uveitis“ zukunftsorientiert zu führen.

Wir betrachten die Diskussion zu dem Thema Stress und Uveitisschub mit dieser Veranstaltung nicht als abgeschlossen. Vielmehr waren die interessanten Ausführungen von Frau Weiner und die rege Diskussion dazu zunächst Anregung, über die Problematik intensiver und tiefgründiger nachzudenken.
Wir können gern dazu zu einem späteren Zeitpunkt weiter diskutieren.
Ihre Meinung dazu würde mich freuen.

Da Herr Dr. Murowski gerade vom internationalen Uveitis-Kongress aus Konstanz kam, hat er uns kurz über die neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse der internationalen Forschungsarbeit in den letzten Jahren hinsichtlich Diagnostik und Therapie informiert und uns für die Zukunft damit optimistisch gestimmt.

Soweit nur einige Punkte, die wir in aufgeschlossener und vertrauensvoller Atmosphäre besprochen haben. Ich hoffe, dass ich sie fachlich richtig wider geben konnte.
Zum Abschluss nutzten alle Teilnehmer die Möglichkeiten zum individuellen Austausch unter einander.


Für das Treffen im März 2009 haben wir mit Herrn Dr. Murovski vereinbart, dass es im Klinikum stattfinden sollte und wir uns über die aktuellen Möglichkeiten in Diagnostik und Therapie informieren können.

Ich bedanke mich bei allen TeilnehmerInnen, insbesondere bei Frau Weiner und Herrn Dr. Murovski, für die interessante Gesprächsrunde und wünsche bis zum nächsten Treffen alles Gute.
Auch all jenen, die im Vorfeld des Treffens mit mir Kontakt aufgenommen haben, um künftig in unser Netz integriert zu werden, herzlichen Dank für das Interesse.
Und denen, die sich wegen Krankheit oder Urlaub persönlich entschuldigt haben, danke ich, denn auch das zeigt, dass wir als Gruppe wichtig sind.

Für Interessenten die Adresse von "Lebenslinie - Psychologische Beratung & Persönlichkeitsbildung", Weststraße. 52, 09112 Chemnitz, www.lebenslinie-chemnitz.de .



Elke Kunstmann

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